Eure Geschichten

Schnee der Ver­gan­gen­heit - Ei­ne (Nach-)Weih­nachts­ge­schich­te #5

Abschied

Papa blickte mich sorgenvoll an. "Pass auf dich auf, Feliz.", mahnte er, aber seine Stimme zitterte. Er lächelte schwach. Was war das jetzt? Zuerst wollte er unbedingt, dass ich auf die Reise ging, und jetzt machte er sich so viele Sorgen! "Du kannst ihm nicht böse sein und das tust du auch nicht.", sagte eine leise Stimme in meinem Kopf."Feliz - Soll ich dich alleine lassen?", fragte Jakob plötzlich. "Nein, das musst du nicht.", meinte ich. "Das geht auch dich was an. "Du bist schon so erwachsen!", flüsterte Papa und ich fiel ihm in die Arme. Papa streichelte mich und ließ mich dann los. "Viel Glück, Feliz.", hauchte er und sah mich noch ein letztes Mal an. Dann drehte ich mich um und nahm Jakobs Hand . "Gehen wir.", beschloss ich und trat mit Jakob zum Vorhang und dann neben ihm hindurch. Ich wollte nicht zurücksehen. Es würde dann nur noch schlimmer sein. 

Aufbruch

Jakob und ich stapften mit dicken Schneestiefeln durch das Eis. "Ich hab Hunger!", beklagte sich Jakob. "Wir sind erst seit einer Stunde unterwegs!", sagte ich belustigt, kramte aber in meinem Rucksack und reichte Jakob Einen. "Die liebe ich!", freute er sich. "Ja dann hau rein!", lachte ich. Ich sah mich um und brach einen kleinen Eisbrocken aus einem Eisblock. Ich tat ihn in meinen Becher und den steckte ich in meine Manteltasche. "Genug Pause gemacht!", meinte ich zu mir selbst und rief Jakob zu mir. Dann gingen wir weiter. Langsam senkte sich die Sonne dem Horizont zu, Schatten beugten sich über das Eis. "Lass uns unser Zelt aufschlagen.", schlug ich vor. Jakob nickte. Ich holte es aus meinem Rucksack. "Man muss das Zelt durch die Luft schwingen. Dann kommt Luft rein. Aufblasen wäre zu mühsam.", erklärte ich Jakob. "Ein aufblasbares Zelt?", fragte er irritiert. "Ach egal. Das gibt`s - Auf jeden Fall bei uns. Vielleicht haben wir`s erfunden." Dann sah ich, dass Jakob mich ungeduldig anschaute. "Tut mir Leid.", meinte ich und schwang das schlabberige Teil namens Zelt so lange durch die Luft, bis es eine beeindruckende Größe angenommen hatte. "Ihr habt`s auf jeden Fall erfunden.", staunte Jakob. Dann traten wir in das Zelt. In ihm lag eine Tasche mit schweren Steinen gefüllt. "Damt müssen wir das Zelt beschweren.", erklärte ich. Jakob und ich hieften einen Stein nach dem Anderen hoch und taten sie dahin, wo bei einem normalen Zelt die Heringe gewesen wären. "So fertig!". rief ich. Ich zog einen eingerollten Schlafsack aus meinem Rucksack, Jakob tat das Selbe. "Warte.", sagte ich. "Wir sollten nicht im selben Zelt schlafen." "Oh, ja klar.", stotterte Jakob. "Sag bloß nicht, wir müssen das Ganze nochmal machen?" "Doch.", grinste ich. Jakob stöhnte. "Dann mal los."

Die Entdeckung

"Jakob! Jakob!" Ich stand ungeduldig über Jakobs Schlafsack. Es war Morgen, wir sollten weiterziehen. Aber Jakob war gar nicht aufzuwecken. Also zog ich den Eingang zum Zelt auf. Eisiger Wind wehte in unser Zelt, es flatterte wie verrückt. "WaS zUm TeUfEl?!", schrie Jakob. Ich zuckte mit den Schultern. "Anders warst du nicht aufzuwecken." "Mach das Ding zu!", gähnte er. "Aber schlaf nicht schon wieder ein!", mahnte ich und verschloss den Zelteingang wieder. "Lass uns hier frühstücken.", schlug ich vor. Ich ging zurück in mein Zelt und holte einen Schokoriegel. Er nahm auch Einen. Dann aßen wir sie hastig. "Wir müssen weiter.", schmatzte Jakob. Ich nickte und wir rappelten uns auf. Wir packten unsere Sachen und zogen dann weiter. "Sieh mal!", rief Jakob plötzlich aus. Ich kniff die Augen zusammen und tatsächlich. Große Hütten erhoben sich in der Ferne. "Ein Dorf!", sagte ich begeistert und wir rannten los. Als wir bei einem morschen, im Wind quietschenden Wegweiser ankamen, hielten wir an. Auf ihm stand etwas, das wir vor lauter Dreck und Verfallenheit nicht zu erkennen war. Das machte mich etwas misstrauisch, aber ich sagte Nichts. Jakob und ich gingen, jetzt langsam, weiter. Als wir bei der ersten Hütte ankamen, erlosch meine Freude. Kein Licht brannte, keine Menschenseele war draußen und der Ort sah sehr verlassen aus. "Was ist hier passiert?", flüsterte ich. "Lass uns in eine Hütte gehen!", schlug Jakob vor. Ich nickte. Wir gingen in die, die uns am Nächsten war. Ich stieß vorsichtig die Tür auf. Besonders gut gesichert waren die Hütten nicht. Aber wie ich erkannte, sehr gemütlich. Das Holz gab ein behagliches Gefühl und auch der Kamin, in dem natürlich kein Feuer brannte. Sonst gab es in der Hütte einen Tisch mit vier Stühlen um ihn herum. Plötzlich bemerkte ich etwas. Das Holz im Kamin qualmte etwas. "Jakob...", fing ich an, aber plötzlich fragte eine tiefe Stimme hinter uns: "Was macht ihr denn hier?"

Fortsetzung folgt...

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Eure Kommentare

Spannend 
Gut geschrieben:)