Medien

Wenn El­tern Fo­tos von ih­ren Kin­dern pos­ten

Guck mal, ist sie nicht süß?

Timi in der Badewanne und Kira im Kinderwagen mit eisverschmiertem Mund - für viele Eltern ist es ganz normal, Bilder mit oder von ihren Kindern in sozialen Netzwerken wie Facebook zu posten. (Das Wort „Posten“ kommt aus dem Englischen und heißt so viel wie „einen Beitrag im Internet veröffentlichen“.) Oma, Opa und deine Tante finden solche Bilder niedlich. Aber was ist mit den anderen Nutzern sozialer Netzwerke, die sich diese Bilder von dir ansehen können?

Über Chatdienste wie WhatsApp können Bilder verschickt und zum Beispiel in Gruppen geteilt werden. Du kannst nicht wissen, wo dein Foto später einmal auftaucht, wenn es einmal geteilt wird. Manche Eltern denken darüber nicht nach, wenn sie Fotos von dir online stellen oder teilen.
 

Die rechtliche Lage

Du hast ein Recht darauf, dass deine Eltern respektvoll mit Fotos von dir umgehen. Sie müssen dich fragen, bevor sie ein Bild von dir ins Internet stellen oder teilen. Wenn sie das nicht machen, verletzen sie deine Persönlichkeitsrechte.

Die unerlaubte Weitergabe von Fotos berührt aber noch mehr Rechte von dir. Ein Beispiel: Wenn deine Eltern einfach ein Bild von dir posten oder teilen, auf dem du nackt oder in Badehose in einen See springst, geht das gar nicht. Erstens müssen deine Eltern anerkennen, wenn du die Veröffentlichung des Fotos nicht wünschst (Artikel 12 - Deine Meinung). Zweitens kann das Foto für Zwecke missbraucht werden, die dir schaden könnten (Artikel 19 - Schutz vor Gewalt, bspw. Cybermobbing). Und drittens verletzt es deine Privatsphäre (Artikel 16).

So kannst du dich wehren

Denke zuerst darüber nach, wie du selbst mit Bildern von dir, deinen Freunden und deiner Familie im Internet umgehst. Zu Selfies und Fotos, die du von anderen ins Internet stellst, findest du hier eine Checkliste. Wenn du möchtest, dass deine Eltern Bilder von dir mit Respekt behandeln, solltest du das auch tun!

Setze dich mit den Privatsphäre-Einstellungen in sozialen Netzwerken auseinander und bitte deine Eltern, das auch zu machen. Oft ist es möglich, private Fotoalben zu erstellen und nur für ausgewählte Freunde freizugeben. Und vergiss nicht: Wenn deine Eltern zum Beispiel auf Facebook ein Foto löschen, ist es nicht wirklich gelöscht. Du kannst es vielleicht nicht mehr sehen, aber das Bild bleibt weiterhin im Archiv von Facebook gespeichert.
 

Hier sind häufige Argumente und Tipps, wie du schlagfertig antworten kannst:

 

  • „Aber da siehst du doch so niedlich aus, wie du aus der Badewanne steigst.“
  • „Dann möchte ich auch ein Bild von dir ins Netz stellen, auf dem du das machst.“

  

  • „Das sehen doch nur meine Freunde in dem Netzwerk.“
  • „Erstens: Hast du wirklich 367 Freunde und zweitens: Hast du dir die Privatsphäre-Einstellungen für das Netzwerk durchgelesen?“

 

  • „Aber ich bin doch so stolz auf dich!“
  • „Dann lass uns gemeinsam ein Fotoalbum am Computer oder mit Papier und Schere basteln. Wir können es Oma und Opa zeigen, wenn sie uns das nächste Mal besuchen oder ihnen per E-Mail schicken.“

  

  • „Das muss dir doch nicht peinlich sein!“
  • „Dann versetze dich bitte in meine Lage. Wäre es dir nicht auch peinlich?“

  

  • „Aber ich möchte doch Bilder von diesem tollen Tag haben!“
  • „Ich würde mich gern an die schönen Erlebnisse an diesem Tag erinnern und nicht nur ans Fotos machen!“

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Eure Kommentare

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hhhh,das ist doch nicht inordnung!

Ich finde es schlimm, wenn Eltern so was machen! Zum Glück würden meine Eltern niemals irgendwas in einem sozialen Netzwerk posten, schon gar keine Fotos und am allerwenigsten von anderen Personen.