Politik

Al­les über die Bun­des­tags­wahl

Bei der Bundestagswahl entscheiden die Wähler, welche Parteien für die nächsten vier Jahre im deutschen Parlament vertreten sind und wie viel Macht sie dort haben. Die Wähler bestimmen, wie viele Sitze die einzelnen Parteien im Bundestag erhalten. Du musst dir vorstellen, dass im Plenarsaal des Bundestages mindestens 598 Stühle sind. Je mehr Menschen einer Partei einen eigenen Stuhl besetzen, desto mehr Einfluss hat diese Partei im Bundestag. Deswegen machen Politiker mehrere Wochen vor der Wahl Werbung für ihre Ideen, damit sie gewählt werden.

Wahlkampf

Der Wahlkampf ist ein Wettbewerb um die meisten Stimmen. Die Parteien und Politiker müssen die Wähler von sich und ihren Ideen überzeugen. Dafür legen sie sich ganz schön ins Zeug. Sie beauftragen Werbeleute, die ihnen die Plakate machen und sich einen treffenden Spruch für ihre Ideen ausdenken. Damit lassen sie ganze Straßen zupflastern.

Außerdem gibt es Wahlveranstaltungen mit Musik und vielen Luftballons, bei denen zum Beispiel Aufkleber und Stifte der jeweiligen Partei verteilt werden. Kurz vor der Wahl ist der Wahlkampf auch in den Zeitungen, im Fernsehen und auch im Internet ein großes Thema. Besonders in den Nachrichten wird darüber viel berichtet. 

Wie funktioniert die Bundestagswahl?

Alle Deutschen ab 18 Jahren dürfen wählen gehen. Der Wähler geht in ein Wahllokal und bekommt dort einen Stimmzettel in die Hand gedrückt. Mit dem geht er in eine Wahlkabine. So kann niemand sehen, welche Partei er wählt, denn das ist seine Privatsache. Bei der Bundestagswahl hat jeder Wähler zwei Stimmen. Das bedeutet, dass er zwei Kreuze auf dem Stimmzettel machen kann.

Mit der ersten Stimme wählt er einen Politiker aus seinem Wahlkreis. Also aus dem Gebiet, in dem er selbst wohnt. Ganz Deutschland ist in 299 Wahlkreise eingeteilt. In jedem Wahlkreis können sich Angehörige der Parteien zur Wahl stellen. Gewinnen kann aber nur einer. Der Gewinner geht mit einem so genannten Direktmandat in den Bundestag und das ist unabhängig vom Gesamtergebnis seiner Partei. So wird sichergestellt, dass alle Regionen in Deutschland auch im Bundestag in Berlin vertreten sind.

Seine zweite Stimme gibt der Wähler einer Partei. Die Anzahl der antretenden Parteien ist von Wahl zu Wahl unterschiedlich. Bei der Bundestagswahl am 24. September 2017 treten insgesamt 42 Parteien an. Diese Zweitstimme ist sehr wichtig für die Parteien, denn sie entscheidet über die Aufteilung der Sitze im Bundestag. Je mehr Zweitstimmen eine Partei bekommt, desto mehr Sitze erhält sie auch. Die großen Parteien, ihre Ideen und Ziele findest du hier auf kindersache. Es gibt natürlich auch viele kleinere Parteien, die gewählt werden können. Eine Partei muss mindestens 5 Prozent der Stimmen erhalten, um in den Bundestag zu kommen. Das nennt man 5-Prozent-Hürde. Es gibt aber eine Ausnahme: Schafft eine Partei die 5 Prozent nicht, dafür aber mindestens 3 Direktmandate, kommt sie auch ins Parlament.

Das Ergebnis

Am Ende des Wahltages werden die Stimmen in jedem Wahlkreis ausgezählt. Nun wird es für die Parteien spannend. Alle wollen möglichst viele Sitze im Bundestag ergattern. Kleinere Parteien freuen sich, wenn sie über die 5-Prozent-Hürde kommen. Die größeren Parteien wollen in die Regierung. Um regieren zu können, muss eine Partei mehr als die Hälfte der Parlamentssitze erringen. Da das nur sehr selten vorkommt, schließen sich meistens mehrere Parteien zusammen. Gemeinsam hat diese so genannte „Koalition“ dann die notwendige Sitzanzahl und kann eine Regierung bilden. Nach der Wahl 2013 haben zum Beispiel die CDU und die SPD eine Regierungskoalition gebildet. Die anderen Parteien bildeten die so genannte Opposition, die Gegenspieler der Regierung. 

Wenn nach der Wahl die Anzahl der Sitze je Partei feststeht, verhandeln die Parteien also miteinander und schauen, ob sie ähnliche Ansichten und Ideen für die Zukunft von Deutschland haben. Wenn sie eine gemeinsame Koalition bilden wollen, schließen sie dazu dann auch noch einen Vertrag, der die gemeinsamen Ziele für die Regierung fest hält.

Die Bundestagswahl entscheidet auch über den künftigen Bundeskanzler oder die Kanzlerin. Er oder sie kommt aus der stärksten Partei, die an der Regierung beteiligt ist, und wird vom Bundestag gewählt. Angela Merkel zum Beispiel gehört der CDU an, die bei der Bundestagswahl 2013 am meisten Stimmen bekommen hat. Deswegen ist sie auch wieder Bundeskanzlerin geworden. Politiker im Bundestag haben aber noch andere wichtige Aufgaben: Sie stimmen über Gesetze ab und beratschlagen, wofür der Staat Geld ausgibt.

Und wir Kinder?

In Deutschland darf man bei der Bundestagswahl erst ab 18 Jahren wählen. Im Wahllokal wird streng kontrolliert, ob man auch wahlberechtigt ist. Dafür muss der Wähler seinen Personalausweis und seinen Wahlberechtigungsschein vorlegen.

Kinder und Jugendliche kommen bei Wahlen also immer zu kurz. Dabei gibt es viele Kinder und Jugendliche, die sich für Politik interessieren. Darum findet zu Bundestagswahlen auch seit vielen Jahren die U18-Wahl statt („U18“ steht für „unter 18 Jahre“). Diese Aktion wird unter anderem vom Deutschen Kinderhilfswerk organisiert. Zur letzten U18-Wahl 2017 wurden mehr als 1.660 Wahllokale von Vereinen, Schulen, Jugendklubs und anderen Veranstaltern bereitgestellt, wo sich fast 220.000 Kinder und Jugendliche über Politik informiert und ihre zwei Kreuze gesetzt haben. Hier kannst du dich über die U18-Wahl informieren: www.u18.org
 

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Echt cool 
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Es ist s...... weil Hanisauland nicht FUNKTIONIERT
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Ich finde den Beitrag ansich ganz gut, dieser ist strukturiert aufgebaut und erklärt die wichtigsten Informationen verständlich.  Jedoch fehlen mir in diesem Beitrag, die rechtlichen Grundlagen (also wer wählen darf bzw. die Wahlgrundsätze, d.h. Art. 38 und Art. 39), sowie wie das mit der Auszählung der Stimmen bzw. die Sitzverteilung im Bundertag ermittelt werden. LG 
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wie geht das jetzt mit der Wahl???????!!!! hä????!!  
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Ich vind es cool 😎🤣🤑😚😌😊😄😃