Eure Geschichten

Ge­fan­gen in der Zu­kunft (Teil 6)

Mauern und Pilze

Wir gingen und gingen immer weiter. Ich bestaunte wunderschöne Schmetterlinge, riesige Blumen und glitzernde Felsen. Diese Höhle war wirklich wunderbar! Marshie trottete neben Dobby her, ohne mich auch nur eines Blickes zu würdigen. Irgendwie mochte ich sie nicht. Sie erinnerte mich an Clarissa aus meiner Klasse; nervig und hochnäsig. "Wo hast du das Schwein überhaupt her?" fragte ich. "Sie heißt Marshie." "Ach, Stimmt!" sagte ich, als würde ich mich plötzlich erinnern. Dass ich Marshie mit Absicht 'das Schwein' genannt hatte, war Dobby anscheinend entgangen. Dobby räusperte sich: "Um zu deiner Frage zurückzukommen: Nur dank Marshie kenne ich die Höhle hier. Als ich so herumgeirrt bin, auf der Suche nach meinem Vater - oder überhaupt irgendeinem Menschen - fand ich so eine Mauer wie du." "Du meinst die Mauer, bei der du mich gefunden hast?" fiel ich ihm ins Wort. "So eine Mauer, ja. Aber was ich eigentlich sagen wollte -" "Warum so eine, gibt es mehrere von diesen Mauern?" "Du hast es erfasst, Mia. Aber jetzt würde ich gerne -" "Wir sind nicht im Kreis gelaufen, es gab einfach mehrere Mauern!" schlussfolgerte ich. "Also doch keine Magie." Ein bisschen war ich enttäuscht.       

"Darf ich jetzt weiter- " "Was ist das?" Ich lief zu einer Stelle am Flussufer, wo ein dicker gelber Pilz wuchs. Ich wollte ihn gerade in die Hand nehmen, als ich plötzlich die Stimme meiner Mutter im Kopf hörte: "Wer Pflanzen mag, pflückt sie einfach. Wer Pflanzen aber liebt, lässt sie leben."  "Mama," flüsterte ich. Ich merkte plötzlich, wie sehr ich meine Eltern vermisste. "Wie lange bist du schon hier?" fragte Dobby leise. "Ich glaube, erst seit gestern... aber es fühlt sich viel länger an." Ich versuchte, mich abzulenken und suchte nach etwas, das meine Aufmerksamkeit auf sich zog. Da kam Marshie wie auf Kommando in meine Richtung und... fraß den halben Pilz. "Marshie, nein!" schrie Dobby und fuhr schnell zu Marshie. Doch die hatte bereits den ganzen Pilz verspeist. Ich drehte mich kurz zu Dobby. "Sie kennt sich hier sicher schon aus und weiß, was sie fressen kann und was nicht. Sonst hätte sie dich wohl kaum hierher geführt, oder?" Versuchte ich, ihn zu beruhigen. Er sah mich an. "Da hast du wohl Recht," stimmte er zu, aber beruhigt wirkte er nicht. "Also ist doch alles-" Mitten im Satz musste ich stoppen. Denn Dobby und ich hatten gerade die gleiche Bemerkung gemacht: Marshie war weg!

Wo ist Marshie?

"Ganz ruhig Dobby, sie ist bestimmt nur ein paar Meter weiter gegangen, während wir uns unterhalten haben. "So schnell ist sie nicht." gab er zurück. Ich blickte mich um. Tatsächlich war der nächste Ort, wo Marshie sich hätte verstecken können, ein Busch, der circa sechs Meter entfernt war. "Aber sie muss hier sein. Sie kann doch nicht fliegen, oder?" Irgendwo in mir breitete sich ein warmes Gefühl aus, dass mich fast zum Lachen brachte, wenn ich mir vorstellte, wie so ein rosa Pummelchen wie Marshie durch die Luft flog... Aber jetzt war nicht der Zeitpunkt zum Lachen. Es reichte ja schon, dass sich auf meinem Gesicht ein dämliches Grinsen ausgebreitet hatte, obwohl Dobby gerade voller Angst und Sorge um sein Schweinchen war. "Du kennst doch Marshie, warum schauen wir nicht bei ihren Lieblingsplätzen nach?" Schlug ich deshalb vor. "Dann müssen wir zurück." Antwortete Dobby. "Aber deine Idee ist nicht schlecht, Mia. Viele andere Möglichkeiten gibt es ja nicht." "Also dann, los geht's." Wir setzten uns gerade in Bewegung, als Dobby leise sagte: "Mia, hinter dir..."

Ich schrie auf, wagte es aber nicht, mich umzudrehen. "Dobby..., was ist da?" ”Ich weiß es nicht, dreh' dich um..." "Eine mittelmäßige Beschreibung reicht auch. Ich will nur wissen, ob es groß, klein, flauschig oder schleimig ist!" "Die Pilze..," brachte Dobby hervor, "sie verschwinden!" Pilze?! Ich drehte mich um. Zuerst erkannte ich nichts, doch dann fiel mein Blick auf den Boden. Da waren noch mehr gelbe, dicke Pilze... und Dobby hatte Recht; sie verschwanden! Stück für Stück lösten sie sich auf... unheimlich. So standen wir da und starrten die Pilze an, als würden sie jeden Moment mit Laserschwertern auf uns losgehen. "Also langsam wird das gruselig." Sagte ich zu Dobby. Er nickte. "Lass uns weiter nach Marshie suchen." Und so gingen wir wieder zurück. Aber ich wurde den ganzen Weg das Gefühl nicht los, dass wir beobachtet wurden.

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Ich finde deine Gechichte so toll!!!!!!LG Amirah_Skyline