Eure Geschichten

A new life / #5

Nachts unterwegs

Isla verließ die Strandgegend. Sie wanderte über weitere Hügel und versteckte sich in Feldern. Aber sie ging immer weiter. Sie musste etwas Geeigetes zum Wohnen finden. Sie wollte wenn schon auf dem Festland, wenigstens mit der Natur verbunden wie auf der Insel leben, das ging in der Großstadt nicht. Sie kam an einem weiteren Ort vorbei. Mittlerweile spürte sie die Meeresbrise nicht mehr. Der Geruch nach Salz war verschwunden. Sie war weit vom Meer entfernt. Aber hier- fühlte es sich gut an.

Sie lief einen Hang herunter und lief eng an den Häusern in den Schatten vorbei. Was würden die Menschen wohl denken, wenn ein junges Mädchen mitten in der Nacht durch die Gegend spazieren würde? Bestimmt etwas Merkwürdiges. Oder gar etwas Verschrecktes. Isla schüttelte traurig den Kopf. Wieso war es überhaupt je so weit gekommen? Es war ihre Schuld. Ihre, nur ihre Schuld. Wieso war sie nur so weit rausgeschwommen? Sie musste sich jetzt mit dem zufrieden geben, womit sie hatte. Isla lief jetzt, plötzlich sehr müde durch die Gegend und klingelte am nächsten Haus. Dann fiel sie um. Sie war sehr, sehr müde.

Tante Lydia Geschichte

Mit den ersten Sonnenstrahlen wachte Isla auf. Sie lag auf einem Sofa mit weichen Kissen und atmete einen leckeren Duft ein. Sie fühlte sich hier sehr geborgen. "Isla? Du bist wach!", meinte plötzlich eine fröhliche Frauenstimme. Eine etwas rundlich Frau mit rotem Haar und leuchtenden Augen kam in den Raum. Sie hielt ein Küchentisch in der Hand. "Möchtest du?", fragte sie. Isla nickte.

Diese Frau sah freundlich aus. Sogar etwas bekannt. Woher kannte sie nur ihr Gesicht. Und - wie konnte die Frau ihren Namen wissen? Und plötzlich wusste sie es. "Tante Lydia!" Die Frau sah auf. "Ach Isla. Ich bin so froh, dich wiederzusehen." Isla sprang auf und umarmte die Frau. Ihre Tante Lydia. "Wieso bist du von der Insel weggegangen? Wir haben uns alle so große Sorgen gemacht." "Dasselbe könnte ich dich fragen. Was machst du hier?"

"Du zuerst!", forderte Isla sie auf. Sie lösten sich von ihrer Umarmung. "Komm, setz dich.", meinte Tante Lydia und seufzte. "Es ist lange her, Isla. Du fragst dich bestimmt, wieso ich die Insel verlassen habe. Nein, du fragst echt dich sogar sehr intensiv. Also - es liegt daran- ich habe meine große Liebe gefunden. Er-er- heißt Kevin. Einmal ist er mit seinem Boot hierher gekommen. Ich habe es geheim gehalten vor euch, weil ich wusste, ihr würdet es nicht verstehen. Aber ich habe ihn geliebt. Auf den ersten Blick. Und er mich genauso. Aber Isla, ich glaube nicht, dass du mich verstehst." "Das tue ich besser, als du denkst, Tante Lydia.", seufzte Isla. "Und ich weiß, dass ich dich nicht weiter ausfragen sollte. Dann bin ich jetzt wohl dran."

Und Isla erzählte und erzählte. Endlich konnte sie sich jemandem richtig anvertrauen. Von ihrem Schwimmunfall bis zu der Wanderung ins Dorf. Sie erzählte von den Männern auf dem Rettungsschiff und von Ariana. Sie erzählte von allem. Tante Lydia sah sie ernst an. "Meine Liebe, du hast so viel erlebt und geschafft. Das hättest du niemals tun müssen. Aber ich bin so stolz auf dich." Sie umarmte Isla gleich nochmal. Und Isla war glücklich. Zum ersten Mal richtig glücklich auf dem Festland.

"Wo ist er. Kevin?", murmelte sie. "Er ist weg. Einfach weg. Eines Tages aus dem Haus gegangen und nie wieder gekommen.", flüsterte Tante Lydia. "Vielleicht hat er eine Andere. Vielleicht aber auch nicht. Aber ich glaube, du solltest jetzt deinen Kuchen essen, er wird bald kalt." Isla nickte und setzte sich wieder auf das Sofa. Tante Lydia zeigte ihr das Haus. Ein zu großes Haus für jemanden, der allein lebte. Isla wusste, dass Tante Lydia traurig war. Sehr traurig. "Möchtest du noch gerne den Garten sehen?", wollte Tante Lydia wissen." "Ja, gerne!", antwortete Isla. Aber der Rundgang war ihr im Moment ehe nicht so wichtig. Sie machte sich eher Sorgen um ihre Tante. Aber die Schein eigentlich ganz fröhlich zu sein. Wie schaffte sie das nur? Isla versuchte sich an die Zeit zu erinnern, wo Tante Lydia noch auf der Insel gelebt hatte. Es war Jahre her. Sie sah eine Szene vor Augen, wo Tante Lydia lachend ihrem kleinen Bruder eine Münze hinter dem Ohr hervorzauberte. Sie war immer für Überraschungen gut gewesen.

"Kommst du?", fragte Tante Lydia sie. Isla nickte etwas verwirrt, aber folgte Tante Lydia. Sie musste sie zurück auf die Insel bringen, damit sie endlich wieder glücklich werden würde. Und zwar richtig glücklich. Vielleicht musste Tante Lydia sogar eher zurück auf die Insel als sie...

Fortsetzung folgt...

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Eure Kommentare

Liebe/Lieber Tigi, ich hätte die gleiche Frage wie Silbersturm.... LG aber Cooler Beitrag.  PS: Alles Okay? 
Hi Tigi! Wieso bist du nicht mehr aktiv?
Richtig toll ich warte auf die Fortsetzung!
Soooooooooooo toll! Diese geschichte zu lesen ist einfach so schön! Ich bin sehr gespannt wie es weiter geht!
Echt gut 👍😛😇  Und wer ist jetzt auf ks die Figur?  Also wer der Mutter von Elisa ähnelt.  Du kannst gut schreiben!  Coole Idee! 
Cool, richtig toll geschrieben! 👍🏻😊
😲