Politik

Fran­zis­ka Gif­fey im In­ter­view

Franziksa Giffey ist seit März 2018 Deutschlands Familienministerin. Oder wenn man es genau nimmt: Bundesministerin für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Sie ist Mitglied der Sozial Demokratischen Partei. Wir haben sie für euch interviewt und ganz genau nachgefragt!

Hallo! Ich bin Friederike vom Deutschen Kinderhilfswerk und ich interviewe Sie heute für unsere Webseite kindersache.de. Unsere erste Frage ist, warum Sie überhaupt Politikerin geworden sind.

Franziska Giffey: Das war  eigentlich nicht mein ursprünglicher Plan. Ich wollte Lehrerin werden und hab dann nochmal umgeschwenkt. Zuerst habe ich in einem Berliner Rathaus  gearbeitet und irgendwann habe ich festgestellt, dass es vielen Kindern in Deutschland, auch hier in Berlin, nicht so gut geht. Wenn man etwas ändern will, muss man sich politisch engagieren. Deshalb habe ich mich entschieden, der Sozial Demokratischen Partei (SPD) beizutreten und bin so Politikerin geworden.

Kinderrechte sind sehr wichtig! Was denken Sie, wie man sie noch stärker verbreiten kann?

Franziska Giffey: Man kann sagen, dass es ungefähr 80 % der Kinder in Deutschland sehr gut geht. Aber 20 % eben auch nicht. Das ist im Verhältnis ganz schön viel für ein reiches Land wie Deutschland. Deshalb geht es darum zu schauen, was man für diejenigen tun kann, die nicht so viel Geld haben, nicht so viel Unterstützung von den Eltern bekommen können und in schwierigen Verhältnissen leben. Und da spielen die Kinderrechte eine ganz wichtige Rolle. Jedes Kind hat das Recht auf Schutz und auf Fürsorge. Darauf, dass sich die Eltern liebevoll kümmern. Mir ist auch wichtig, dass alle Kinder ihr Recht auf freie Meinungsäußerung und Privatsphäre geltend machen können. Deshalb ist die Durchsetzung dieser Rechte auch für mich als Familienministerin ein ganz wichtiges Ziel.

Kinder haben auch ein Recht auf Mitbestimmung. Wie sorgen Sie dafür, dass die Meinungen der Kinder erhört werden?

Franziska Giffey: Es gibt viele Formen, wo Mitbestimmung funktionieren kann. Wenn man in die deutschen Schulen guckt, findet man inzwischen fast überall den Klassenrat oder auch andere Formen, wo das zählt, was Kinder und Jugendliche wollen. Sie werden einbezogen, wenn der Schulhof neu gestaltet oder in der Schule eine andere wichtige Entscheidung getroffen werden soll. Ich finde, das ist der Anfang. Mitbestimmung, Demokratie und politische Bildung gehört dazu.

Und für uns ist ein ganz großes Vorhaben in der Bundesregierung , dass wir wirklich wollen, dass die Kinderrechte ins Grundgesetz kommen. Unser wichtigstes Gesetz! Wir sagen ganz klar: Kinder sind keine kleinen Erwachsenen, sondern sie sind eigenständige Persönlichkeiten mit eigenen Bedürfnissen. Ich hoffe sehr, dass wir dieses Ziel bis zum Ende meiner Amtszeit erreichen!

Ein anderes Thema: Wie wichtig finden Sie sichere Kinderseiten im Internet ?

Franziska Giffey: Ich finde grundsätzlich alle  Medien für Kinder  sehr wichtig. Ob das die Kinderseite im Internet, in der Zeitung oder auch das Kinderfernsehen ist. (Wichtig ist, dass Kinder auch über  problematische Themen informiert werden.Wir, als Familienministerium haben tatsächlich auch eine eigene Kinderseite, weil wir eben wollen, dass sich auch Kinder über die Familienpolitik in Deutschland informieren können.  Deshalb unterstützte ich solche Seiten natürlich auch ganz stark und freue mich über jedes Angebot, dass es gibt.

Kinder müssen sich regelmäßig entspannen. Sie als Familienministerin haben sicherlich einen ziemlich vollgestopften Zeitplan. Für welche Hobbys finden sie trotzdem noch Zeit?

Franziska Giffey: Also was ich sehr gerne mache ist Schwimmen und Radfahren. Und natürlich verbringe ich sehr gerne Zeit mit meinem Sohn. Am meisten entspanne ich mich,  wenn wir  zusammen ein Buch lesen.. Meistens lese ich dann auch vor und dann komme ich richtig zur Ruhe und tauche in die Geschichte ein. Das kann ich allen Eltern nur empfehlen.

Welchen Tipp können Sie  Kindern und Jugendlichen mit auf den Weg geben, die sich mehr beteiligen wollen?

Franziska Giffey: Ich finde, Beteiligung fängt immer da an, wo das eigene konkrete Leben stattfindet. Alle Kinder und Jugendlichen sind ab dem sechsten Lebensjahr in der Schule und da fängt spätestens Beteiligung an. Im Klassenrat oder in der Gemeinschaft. Wer hilft mit das Schülerfest zu organisieren, wer macht mit bei der Schülerzeitung? Das sind alles Formen von Engagement. Man muss sich für mehr interessieren als für sich selbst und auch etwas für die Gemeinschaft tun. Wer in der Schule damit anfängt, wird es später meistens weitermachen. Jeder kann etwas tun! Dazu gehört zum Beispiel auch einem anderen Kind zu helfen und zu sagen: „Komm ich zeig dir, wie das geht.“ Allein das ist schon Engagement und Teilhabe. Es sind die kleinen Dinge, die den Unterschied machen und mit denen sollte man anfangen!

Danke, dass Sie sich die Zeit für unsere Fragen genommen haben!     

Was macht eigentlich eine Familienministerin?

Die Familienministerin ist das Oberhaupt des Bundesministeriums für Familien, Senioren, Frauen und Jugend. Ein wichtiger Teil ihrer Aufgaben ist die Familienpolitik. Hier werden Dinge wie Kindergeld oder Unterhalt geregelt. Gleichzeitig kümmert man sich darum, dass Senioren eine bessere Pflege erhalten. Das Bundesministerium engagiert sich auch für die Kinder. Zum Beispiel werden viele Kitas finanziell unterstützt und verbessert. Und auch Frauen fallen in den Aufgabenbereich der Familienministerin. Sie kämpft für die Gleichstellung von Mann und Frau in der Arbeitswelt und gegen Gewalt an Frauen. Ganz schön viel zu tun!

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