Eure Geschichten

Das Leben ist zu kurz um normal zu sein (Teil 10)

Was hat Thomas damit zutun?

In meinem Leben habe ich mich noch nicht oft getäuscht. In Menschen, meine ich. In Lösungen für irgendwelche Matheaufgaben schon. Aber bis jetzt hatte ich noch nie das Gefühl, meine Sicht auf einen Menschen überdenken zu müssen. Nun war es so weit. Als Thomas mich mit Bellas Bild unter dem Arm anblickte wirbelten mir tausend Gedanken durch den Kopf, von denen ich keinen zu fassen bekam. Eine Weile lang sagten wir drei nichts. Dann meinte Bella trocken: "Gib das Bild wieder her und liefere mir eine gute Erklärung. Sonst scheuer ich dir eine." Ich verschränkte die Arme vor der Brust, weil ich vor Wut nicht fähig war etwas zu sagen.

"Ich dachte, also, dass du das Bild verloren hast. Ich wollte dich nur suchen und es dir zurückgeben." Thomas behielt eine erstaunliche Ruhe, in anbetracht dessen, dass wir ihn gerade bei einer Art von Diebstahl ertappt hatten. "Das glaubst du ja wohl selbst nicht. Ich soll eine zwei Meter große Leinwand verloren haben? Gib es zu. Ich weiß, dass du mit den Sabotagen zu tun hast." Jetzt schrie sie fast. Thomas knetete verlegen seine Hände. "Versprecht ihr, dass ihr es niemandem weitererzählt? Es ist alles nicht meine Schuld." Weil seine Stimme zitterte, nickte ich ungeduldig. "Erinnert ihr euch noch an den Englischtest letztes Jahr? Ich bin so verdammt schlecht in diesem Fach und hatte mir einen Spicker geschrieben. Du warst damals noch nicht in unserer Klasse, Clara. " "Das interessiert uns nicht. Komm lieber zur Sache!", fuhr Bella ihn an. "Lass ihn weiterreden.", entgegnete ich.

"Nur dank diesem Spicker bin ich nicht durchgefallen. Aber leider hat Serena mitbekommen, wie ich gespickt habe und als mir der Zettel später runtergefallen ist, hat sie ihn einfach aufgehoben und eingesteckt. Gestern kam sie zu mir und forderte mich auf, dir ein Bild zu stehlen. Die Gelegenheit musste ich einfach ergreifen. Versteht ihr? Es war Erpressung. Wenn sie mich verraten hätte, hätte ich vielleicht einen Verweis bekommen. Mit den anderen Vorfällen habe ich nichts zu tun." Er wandte sich an Bella. "Serena war das. Um dir zu schaden. Sie hat mir angedroht, etwas noch schlimmeres zu tun, wenn ich das Bild nicht stehlen würde. Es tut mir so leid. Ich wünschte, ich hätte es euch früher gesagt. " Tränen standen ihm in den Augen. Für mich kam die ganze Geschichte ziemlich glaubwürdig rüber. Für Bella anscheinend auch. Denn ihr Gesichtsausdruck entspannte sich merklich.

"Stimmt das wirklich?"

"Ja! Bitte, ihr müsst mir glauben, weil ich sonst echt Ärger mit Serena bekomme. Es ist wahr. Ich kann nichts dafür."

"Glaubst du ihm?", wollte Bella von mir wissen. "Ich weiß es nicht.", antwortete ich wahrheitsgemäß. Aber ich glaube, egal, wie meine Antwort ausgefallen wäre, Bella hätte danach das gleiche getan. "Ich suche Serena und sage ihr, dass sie aufhören soll, meine Bilder und das Theater zu zu zerstören." Dann rannte sie davon. Fluchend versuchte ich ihr zu folgen. Ich sollte richtig liegen. Bei sagen sollte es nicht bleiben.

Serena und Nina standen an der Eisdiele die gleich um die Ecke der Schule lag. Schon von weitem konnte ich erkennen, dass sie sich nicht gerade friedlich unterhielten. Nina gestikulierte wid mit ihren Händen und schrie Serena an: "Warum gönnst du uns nicht ein mal, dass wir etwas besser können als du? Du sagst immer, dass alles, wass wir können nur Glück war, weil du nicht einsehen kannst, dass du nicht immer die beste bist!" Serena schnaubte verächtlich. "Wenn du so denkst, kannst du gleich von hier verschwinden." Nina drehte sich abrupt um, rief nach dem Rest von Serenas Clique-Lena, Maria und Daria folgten ihr sofort- und stapfte davon. Jetzt kam Bella auf die Eisdiele zu und sagte irgendetwas, dass ich aus meiner Entfernung nicht hören konnte. Plötzlich ergriff Serena ihren Rucksack und schleuderte ihn Bella in den Bauch. Ich erschrak. War Bella zu weit gegangen? Dann drückte sie sie an die Wand und wollte gerade zu einer Ohrfeige ausholen, als Herr Schröder dazwischen ging. Mittlerweile stand ich nah genug um alles zu verstehen. "Aua! Bella, du tust mir weh." Häh? Hatte ich etwas falsch verstanden? Auch Bella war entrüstet: "Wie bitte? Serena wollte mir gerade eine scheuern und ich soll ihr weh getan haben?" Herr Schröders Gesicht wurde hart. "Du bist mir schon oft aufgefallen, Bella.Letztes Schuljahr hast du einem Schüler ein Bein gestellt. Vor ein paar Tagen diese Rangelei im Flur..." Was, das hatte er mitbekommen? "... und jetzt das. Ich denke, weilo meine erste Ermahnung nicht gereicht hat, verbiete ich dir, die Theatergruppe weiter zu führen. Hast du mich verstanden?" "Aber ich habe nichts getan!" Herr Schröders Gesicht lief rot an. "Keine Widerrede."

Bella stürmte an mir vorbei. Ich fasst sie am Arm und fragte möglichst ruhig: "Alles gut bei dir?" "Kannst du dir doch denken. Du hast keinen Finger gerührt um mir zu helfen, also lass mich einfach in Ruhe.", antwortete sie leise und wütend. Niedergeschlagen machte ich mich auf den Weg nach Hause. Hatte ich gerade meine momentan einzige Freundin verloren?

Was bisher geschah...

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Eure Kommentare

Danke!!!

👍

Wow!

Ich habe mir mal alle durchgelesen und finde sie megagut!

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Richtig gut!!!!😁

Coole Geschichte, gut geschrieben!

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Super 🤩

Viel Spaß im Urlaub 🧳😉

Mir der Fortsetzung wird es leider noch ein bisschen dauern, weil ich in den Urlaub fahre. Trotzdem danke, dass es euch gefällt! 🤩

Toll!

Oh wie cool!!! Bitte schnell weiter machen!!