Eure Geschichten

(M)ein Ta­ge­buch 8

Wo bin ich?

Sobald ich die Türe sorgfältig hinter mir schloss, wurde ich blitzartig von beiden Seiten gepackt. Ich stieß einen erstickten Schrei aus. Als ich die beiden Brownies neben mir sah war ich fast erleichtert. Der Direktor war echt komisch. Er arbeitete mitten in den Ferien. Das hätte die Leiterin meiner alten Schule nie getan. Dafür ließ er Schüler für sich arbeiten, die so schnell waren wie der Wind. „Kann ich nicht selbst laufen? Wenn ihr mir den Weg zeigt, ist es auch schon praktisch. Danke“, bat ich sie, so höflich wie möglich. Zu meiner Überraschung antwortete eine sogar: „Wenn du unbedingt meinst. Wir gehen aber schnell.“ Mit einem Kopfnicken gab ich zu verstehen, dass sie mich loslassen konnten. So wurde ich geschwind abgesetzt. Die beiden Bs waren als ich den Boden berührte schon zwei Meter weit gekommen. Sie hatten nicht übertrieben. Sie waren schnell. Ich eilte ihnen, so schnell mich meine Beine tragen konnten hinterher.

Es war anstrengend. Aber so viel Mühe ich mir auch gab. Ich kam nicht hinterher. „Anhalten!“, schrie ich schnaufend und verzweifelt. Meine letzte Hoffnung lag in diesem einen Wort. Aber sie waren schon zu weit weg als, dass sie mich noch hören konnten. Was sollte ich tun. Ich war hier allein und kannte die Schule so gut wie ich in Latein war. Tagebuch, damit meine ich, dass ich das Gelände so gut wie gar nicht kannte. Von der Existenz dieses Traktes hatte ich bis gerade eben nichts gewusst. Vor und hinter mir erstreckte sich ein langer marmorweißer Gang von dem rechts und links Türen abzweigten. Vielleicht hätte ich mir von Arista doch alle Klassenzimmer zeigen lassen sollen.

Amor- hier in der Schule?

Jetzt war es zu spät. Nachdem mein Kopf beschlossen hatte, einfach gerade aus zu wandern, war ich kurz darauf eine Treppe hinunter gegangen. Der unterirdische Gang war nur alle zehn Meter beleuchtet. Außerdem zitterte ich fast vor Kälte und Angst. Ich war kein Mensch, der die Finsternis suchte, eher einer der sie fürchtete. In den Schatten konnte so viel Unheil versteckt sein. Aus diesen Gründen bewegte ich mich nur langsam vorwärts. Um mich ein bisschen abzulenken, knobelte ich für was dieser Teil des Gebäudes zu gebrauchen war. Es gab schließlich schon einen Schlaf/ Wohn; Schul und Bibliothekstrakt. Was sollte dann dieser bezwecken, wenn in ihm das Büro des „Bildungsanstaltsleiter“-wie er sich insgeheim nannte (glaubte ich zumindest) - war. Mir mochte einfach nichts einfallen. Das Komische war, dass auch von diesem Flur lauter Türen abzweigten.

Ich las ein Schild einer Tür. Auf ihm stand Armor. Soweit ich wusste, schoss Armor Erdenbürger ab, die sich anknüpfend unsterblich ineinander verliebten und auf Latein hieß es auch irgendetwas. Eigentlich traute ich mich nicht die geschnitzte Tür zu öffnen. Aber meine Neugier siegte. Was hatte Amor in einer Schule (außer in Latein) zu suchen? Zitternd streckte sich meine Hand zur Türklinke aus und drückte sie nach unten. Die Türe ging überraschend leicht auf. Ich erschrak. Hatte ich gerade eben das Knarzen von Turnschuhen auf dem Stein gehört. Reflexartig schloss ich die Tür wieder und rannte den Gang Richtung Wohngebäude entlang. Tausende von Türen flogen an mir vorbei. Bis ich keuchend ein Treppenhaus erreichte. Meine Beine trugen mich die Stufen bis in den vierten Stock hoch, in dem ich schlief. Dort fühlte ich mich sicherer, aber immer noch nicht sicher genug. Langsam vermutete ich, dass diese Schule keine ganz gewöhnliche Bildungsanstalt und ich nicht mehr ganz dicht war. Wahrscheinlich hatte ich mir nur alles eingebildet.

In Sicherheit

Damit ich nicht unnötig auffiel schlenderte ich den mamor weißen Flur entlang, bis ich vor dem Zimmer stehen blieb. Aus im dröhnte laute Pop-Musik. (Ein bisschen Hip-Hop war auch dabei). Ich stieß die Türe auf. Ja, mir war davor eigentlich klar gewesen, dass das Zimmer mein (und Sissis) Raum war. Die Musik war hier ohrenbetäubend laut, sodass ich mir die Ohren zuhalten musste. „Hey, Sissi! Kannst du die Musik leiser stellen!“, rief ich. Keine Reaktion. Da ich mir nicht noch einmal, die Stimmbänder aus dem Leib (Sagt man das so?) brüllen wollte, schaute ich mich in dem Verhau um. Im ganzen Wohnbereich lagen Handtücher verteilt auf dem Boden und Möbeln. Nirgendswo konnte ich Sissi entdecken. Nun blieb nur noch der Waschraum übrig, der in der anderen Ecke des Wohnbereiches lag. Ich streifte meine Turnschuhe ab und spazierte siegessicher auf das Bad zu. Erst klopfte ich gegen die weiße Tür. Da man bei dem Lärm kein Klopfen hören konnte, drückte ich vorsichtig die Türklinke hinunter.

Fortsetzung folgt wahrscheinlich...

Ich hoffe sie gefällt euch.

Tut mir leid, dass es so lange gedauert hat. Hab es immer vergessen zu veröffentlichen.

@Gast vom (Datum habe ich vergessen): Du wolltest, dass ich zum Punkt komme. Tut mir leid. :( .Ich habe vorgeschrieben. Wenn ich diesen Teil weglassen würde, wäre die Geschichte nämlich anders. Deswegen schleiche ich mich weiter langsam ans Ziel der Geschichte... Und es wird ersteinmal trist bleiben...

 

Was bisher geschah....

Eure Geschichten

(M)ein Ta­ge­buch

Deine Meinung

  • Ist super
    4
  • Ist lustig
    2
  • Ist okay
    2
  • Lässt mich staunen
    2
  • Macht mich traurig
    2
  • Macht mich wütend
    2

Eure Kommentare

Cool 😎 
Profilbild von Gast
👍🏻