Weltkindertag

Der Deut­sche Kin­der- und Ju­gend­preis 2021: Die no­mi­nier­ten Pro­jek­te

Was ist eigentlich der Deutsche Kinder- und Jugendpreis? 

Warum der Preis verliehen wird

Mit dem Deutschen Kinder- und Jugendpreis werden seit 2004 jedes Jahr Projekte ausgezeichnet, bei denen sich Kinder und Jugendliche  aktiv am politischen, sozialen und kulturellen Geschehen in ihrer Umgebung beteiligen. Damit machen sie sich für die Kinderrechte stark.  

Indem die Kinder und Jugendlichen bei diesen Projekten kreativ werden, anderen oder sich gegenseitig helfen und Dinge tun, die oft als „nur für Erwachsene“ angesehen werden, nehmen sie viele ihrer Kinderrechte wahr. Zum Beispiel das Recht auf eine eigene Meinung, auf Bildung und auf Beteiligung. 

Die Preiskategorien

Der Preis wird in drei Kategorien verliehen: Solidarisches Miteinander, Politisches Engagement und Kinder- und Jugendkultur. Der Kinder- und Jugendbeirat des Deutschen Kinderhilfswerkes nominiert in jeder Kategorie zwei Projekte. Pro Kategorie wird eines der beiden nominierten Projekte den Preis mit nach Hause nehmen. 

Die Preisverleihung

Im September findet die feierliche Preisverleihung im Europa-Park in Rust statt. Jedes Gewinnerprojekt erhält ein Preisgeld von 6.000 Euro. Für die Projekte auf dem 2. Platz jeder Kategorie gibt es sogar noch 3.000 Euro zu gewinnen. Außerdem wird an ein Projekt noch der Europa-Park-Preis in Höhe von 3.000 Euro verliehen. Auf der Juniorclub-Seite des Europa-Parks kannst du hierfür ab dem 24.06.2021 für dein Lieblingsprojekt abstimmen. 

Diese tollen Projekte sind in diesem Jahr vom Kinder- und Jugendbeirat nominiert worden:

Solidarisches Miteinander 

„CoronaPort“ 

Noah vor dem Computer

CoronaPort ist eine Website, die vom 16-jährigen Noah aus Berlin ins Leben gerufen wurde. Auf der Seite können Menschen, die in der Pandemie Hilfe suchen, Menschen finden, die bereit sind, zu helfen. Zum Beispiel können Menschen aus den Corona-Risikogruppen jemanden aus ihrer Umgebung finden, der oder die für sie einkaufen oder andere Sachen erledigen kann. Noah möchte mit dem Projekt Solidarität gegenüber Menschen zeigen, die es in der Pandemie schwerer haben als er und auch andere Kinder und Jugendliche dazu anregen. Er hat die Website zusammen mit anderen Jugendlichen designt und programmiert. 

Janice mit Spendensparschwein Rosalie®

„Spendensparschwein Rosalie“ 

Seit sie 13 Jahre alt war, setzt sich Janice in ihrer Heimatstadt Chemnitz für die dort lebenden Obdachlosen ein. Sie sammelt die Hälfte ihres Taschengeldes und weitere Spenden in ihrem Sparschwein, das sie Rosalie nennt. Von dem Geld kauft sie warme Kleidung und andere Dinge, die Obdachlose brauchen, und bringt sie in Notunterkünfte oder direkt zu den Obdachlosen. Sie möchte Obdachlosen eine Stimme geben und die Vorurteile ihnen gegenüber abbauen. Dabei richtet sie sich vor allem an Kinder. Ihr großes Ziel ist es, dass es bald in jeder Stadt ein Spendensparschwein „Rosalie“ gibt.  

Politisches Engagement 

„Kinder an die Macht“ 

Kind aus dem Kindergarten St. Franziskus

Im Kindergarten St. Franziskus in Münsingen wurde ein Experiment durchgeführt: Für einen Tag wollten die Kinder selbst den Kindergarten leiten, ganz ohne die Hilfe der Erzieherinnen und Erzieher. Die Kinder legten zuvor in einer „Kinderkonferenz“ fest, welche Aufgaben es gibt und wer aus der Gruppe diese übernehmen soll. Das Experiment sollte die Selbstständigkeit und die Beteiligung der Kinder fördern. Es sollte die Kinder auch dazu ermutigen, eigene Wünsche und Ideen einzubringen, mehr Vertrauen in sich selbst und andere zu haben und ihre Kinderrechte mehr wahrzunehmen. 

„The Green Club – Die nachhaltige Schülerfirma“

Die Mitglieder vom grenn Club

 

„The Green Club“ ist die Schülerfirma des Gymnasiums an der Wolfskuhle in Essen. Sie soll dabei helfen, den Alltag in der Schule und der Nachbarschaft nachhaltiger zu gestalten. Die Mitglieder bringen eigene Ideen für Nachhaltigkeitsprojekte ein, die dann umgesetzt werden. Dafür arbeiten sie auch mit Unternehmen in ihrer Umgebung zusammen. Zu den Projekten des „Green Clubs“ gehören der Fairtrade-Schulkiosk, Mülltrennsysteme in den Klassenräumen, der Verkauf von nachhaltigen Schreibwaren und das Pflanzen von Bäumen. Der „Green Club“ soll den Schülerinnen und Schülern mehr Beteiligung und die Auseinandersetzung mit dem Thema Nachhaltigkeit ermöglichen. 

Kinder- und Jugendkultur 

„Biene und Ameise – honiggut und ameisenstark“ 

Buchcover "Biene und Ameise"

Der sechsjährige David aus München glaubt daran, dass alle Kinder ein Recht auf kostenlose Bildung und Information haben. Deshalb hat er ein eigenes Buch geschrieben, das zeigt, wie wichtig Bienen und Ameisen für die Umwelt sind. Er hat selbstständig recherchiert, sich die Geschichten und die Gestaltung des Buches ausgedacht und eine Website programmiert. David möchte mit dem Buch auch zeigen, dass auch sehr junge Kinder und Kinder mit Behinderung (David ist Asperger-Autist) sich beteiligen und großartige Dinge erschaffen können, wenn man ihnen die Möglichkeit dazu gibt.  

„Barlach GoYoung“ 

Barlsch GoYoung-Teilnehmer*innen sitzen im Kreis

Im Ernst-Barlach-Museum in Ratzeburg werden seit 2019 Workshops mit Jugendlichen von 12 bis 18 Jahren durchgeführt. In diesen beschäftigen sie sich mit wichtigen gesellschaftlichen Themen, wie Armut und dem Klimawandel. Sie diskutieren zum Beispiel auch, wie man als einzelne Person die Welt etwas besser machen kann. Die Jugendlichen arbeiten mit Künstlerinnen und Künstlern zusammen, um eigene Videokunst-Projekte zu den Themen zu erschaffen. Außerdem werden sie durch die Workshops zu Museumsbotschaftern und Museumbotschafterinnen ausgebildet. Die Workshops richten sich vor allem an Jugendliche, die in ihrer Schulbildung benachteiligt sind. 

Interview mit dem Kinder- und Jugendbeirat 

Der Kinder- und Jugendbeirat (kurz: KiJuBei) besteht aus 14 Kindern und Jugendlichen aus ganz Deutschland. Sie beraten das Deutsche Kinderhilfswerk bei vielen Veranstaltungen und Projekten. Außerdem sitzen sie in der Jury für den Deutschen Kinder- und Jugendpreis und nominieren die Projekte. Wir von der kindersache-Redaktion durften den KiJuBei dazu interviewen, nachdem er fast zwei Tage lang über die Projekte beraten hat. 

 

ks-Redaktion: Nach welchen Kriterien entscheidet ihr euch, welche Projekte ihr nominiert? 

Urs: Wir schauen uns zum Beispiel an, welchen Wert ein Projekt für die Gesellschaft hat, wie außergewöhnlich es ist, oder ob die Idee direkt von Kindern und Jugendlichen kam. Und dann werten wir noch, ob das Projekt auf lange Zeit einen Wert hat, ob es auch andere auch dazu inspirieren kann, sich zu engagieren, oder ob es noch was Persönliches oder Emotionales gib, was es herausstechen lässt.  

Lidia: Wir hatten sozusagen vier Kriterien: die Beteiligung, Öffentlichkeitwirkung, die Nachhaltigkeit und die Außergewöhnlichkeit. Das sind die Überkategorien. Für mich persönlich war die Beteiligung der Kinder, also, dass sie wirklich auch selbst die Idee hatten, am wichtigsten.  

ks-Redaktion: Wie läuft euer Entscheidungsprozess ab? 

Mathilda: Als aller erstes haben wir uns einzeln die Bewerbungen durchgelesen und zu den einzelnen Kriterien Notizen gemacht. Dann haben wir uns in kleinere Gruppen eingeteilt. Jede Gruppe hat sich mit einer der drei Preiskategorien beschäftigt, also zum Beispiel „Kinder- und Jugendkultur“. Es gab sehr viel Diskussion, welche Projekte nominiert werden sollen. Wir haben die Ergebnisse dann an den Rest des KiJuBeis berichtet und haben dann nochmal gemeinsam debattiert und mehrmals abgestimmt.  

ks-Redaktion: Wenn ihr euch wirklich mal gar nicht einigen könnt, welche Projekte ihr nominieren wollt, wie kommt ihr zu einem Kompromiss?  

Mathilda: Eigentlich wird einfach diskutiert, alle sind da auch sehr einsichtig. Was eher passiert, ist, dass man sich als ganze Gruppe zwischen zwei Projekten nicht entscheiden kann.  

Lidia: Wenn es zwei starke Seiten gibt, haben wir das so gemacht, dass eine Person pro Seite den Punkt vertritt. Wir stimmen auch ganz viel ab, das ist dann sozusagen das letzte Wort. 

Interviews mit den Nominierten

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Eure Kommentare

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Ich würde für das mit den Obdachlosen Projekt stimmen. LG JaJas10 PS ich hab das gleiche sparschwein    
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Ich finde auch alles suuuper!
Das ist sooooo cool! Ich finde alle Projekte gut, aber ich würde wahrscheinlich für das mit der nachhaltigen Schülerfirma stimmen oder das für Obdachlose. Und bei Kinder und Jugendkultur für den Jungen der ein eigenes Buch mit 6 Jahren geschrieben hat weil ich das sehr besonders finde.