Politik

Kli­mak­la­gen von Kin­dern und Ju­gend­li­chen

Es gibt verschiedene Wege, wie Kinder sich beschweren können. Ein Weg ist es, eine Klage einzureichen, also ein Land, eine Person oder ein Unternehmen zu verklagen, weil es Kinderrechte verletzt. Denn nicht nur Erwachsene dürfen sich vor Gericht oder anderen offiziellen Stellen beschweren. Auch Kinder und Jugendliche dürfen das. Dafür brauchen sie die Unterstützung von Erwachsenen oder einer Organisation. 

Wir haben Beispiele von Klimaklagen aus den vergangenen drei Jahren gesammelt: Kinder und Jugendliche gehen vor Gericht und klagen ihre Rechte ein.

2021: Junge Menschen gegen Deutschland 

Deutschland tut nicht genug im Kampf gegen den Klimawandel. So lautet der Vorwurf junger Menschen aus dem In- und Ausland. Geklagt hatten unter anderem Bewohnerinnen und Bewohner der deutschen Nordsee-Insel Pellworm, die vom Klimawandel bedroht ist, und die deutsche Klimaaktivistin Luisa Neubauer von Fridays for Future. Das Bundesverfassungsgericht gibt den vier Klimaklagen teilweise Recht. In der Folge muss die Bundesregierung das Klimaschutzgesetz verbessern. Bis 2045 soll Deutschland nun klimaneutral werden. 

2021: Sechs junge Menschen aus Portugal gegen 33 Länder 

Sechs portugiesische Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 21 Jahren verklagen 33 europäische Staaten. Die Begründung: Die Länder machen nicht genug für den Klimaschutz und verletzen damit ihre Menschenrechte. Sie sehen die Zukunft von Kindern gefährdet. Anlass war der große Waldbrand im Jahr 2017 in Portugal, bei dem mehr als 100 Menschen ums Leben kamen. Sie fordern die 33 Länder vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte auf, dass Pariser Klimaabkommen einzuhalten. Darin haben sich die Länder verpflichtet, die Erderwärmung auf 1,5-Grad zu beschränken. Das Gericht lässt die Klage zu und fordert die betroffenen Staaten auf, sich dazu zu äußern.  

2021: Drei Jugendliche gegen Hessen 

Drei junge Menschen reichen beim Bundesverfassungsgericht eine Beschwerde gegen das Bundesland Hessen ein. Sie wollen vor Gericht erreichen, dass jedes Bundesland die Umwelt ausreichend schützt. Politikerinnen und Politiker jedes Bundeslandes sollen sich an die Ziele aus dem Pariser Klimaabkommen halten - damit der Klimawandel bekämpft und die Umwelt geschützt werden kann. Die Klage wurde vom Gericht abgelehnt. 

2022: Hunderte Jugendliche gegen Schweden 

Hunderte Jugendliche verklagen den schwedischen Staat. Ein schwedisches Gericht lässt die Klimaklage zu. Die jungen Menschen fordern, dass Schweden mehr gegen den Klimawandel tut. Sie sehen ihre Menschenrechte verletzt. Sie fordern, dass Schweden seinen Anteil leistet, um den Temperaturanstieg auf der Erde auf 1,5 Grad zu begrenzen. 

2022: Neun junge Menschen gegen Deutschland 

Neun Kinder und junge Erwachsene setzen sich in einer neuen Verfassungsbeschwerde für ihr Grundrecht auf eine lebenswerte Zukunft ein. Sie sagen, auch das neue Klimaschutzgesetz reicht nicht, um die Ziele des Pariser Klimaschutzabkommens in Deutschland zu erreichen.

2023: Zwölf Kinder und Jugendliche gegen Österreich 

Zwölf Kinder und Jugendliche werfen der österreichischen Regierung vor, zu wenig für den Klimaschutz zu tun und ihre Zukunft zu gefährden. Sie reichen Klage beim Verfassungsgerichtshof ein. Sie wollen damit erreichen, dass Österreich sein Klimaschutzgesetz ändert. Sie finden, das aktuelle Gesetz reicht nicht aus, um Kinder vor den Folgen des Klimawandels zu schützen. Das verstößt gegen Kinderrechte.    

2023: 16 junge Menschen gegen Montana (USA) 

Zum ersten Mal klagen in den USA 16 Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 22 Jahren gegen einen Bundesstaat. Sie wollen damit den Bundesstaat Montana zu einem energischeren Kampf gegen den Klimawandel bringen. Sie werfen dem Bundesstaat vor, ihr Recht auf eine saubere und gesunde Umgebung zu verletzen und ihnen damit zu schaden. Im August gibt das Gericht den Kindern und Jugendlichen Recht.

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