Medien

Rechts­ex­tre­mis­mus in so­zia­len Me­di­en

Radikalisierung und Propaganda – Was ist das? 

Propaganda heißt, politische Ideen oder Meinungen zu verbreiten und damit ein bestimmtes Ziel zu verfolgen. Das Ziel ist es, die Meinung anderer in eine bestimmte Richtung zu beeinflussen. Es ist für Propaganda typisch, dass keine Informationen oder Fakten genannt werden. Die persönliche Meinung eines Menschen und Informationen werden oft vermischt. 

Radikalisierung ist ein langsamer Prozess. Er wird oft nicht direkt bemerkt. Radikalisierung bedeutet, dass jemand mit der Zeit politisch immer extremer denkt und handelt. Menschen sind eher dazu bereit, eigene Ziele zu verfolgen. Dabei achten sie nicht mehr darauf, was verboten ist und wenden sogar Gewalt an. 

Rechtsextremismus auf TikTok und Co. 

Ziemlich viele Menschen nutzen die sozialen Medien. Darunter auch Rechtsextreme. Ob YouTube, Instagram oder TikTok - überall kann man auf rechtsextreme Propaganda stoßen. Die sozialen Medien helfen dabei, dass viele Menschen in kurzer Zeit die Inhalte sehen. Kinder und Jugendliche stehen dabei besonders im Fokus rechtsextremistischer Personen und Gruppen.  

Kinder und Jugendliche als Zielgruppe 

Junge Menschen nutzen die Plattformen, um sich über aktuelle Ereignisse und politische Themen zu informieren und auszutauschen. Das nutzt rechtsextreme Propaganda aus. Dabei werden viele Fake News verbreitet. Das Problem: Kinder und Jugendliche sind leichter zu beeinflussen, weil sie ihre politische Meinung noch entwickeln. Es ist außerdem schwierig, Fake News und Propaganda zu erkennen.  

Strategien rechtsextremer Propaganda 

Politische Videos 

Die Videos rechtsextremer Influencer und Influencerinnen beziehen sich auf die Politik. Dort gibt es oft Dinge, die unzufrieden machen. Es entstehen komplizierte Fragen. Rechtsextreme Videos versuchen sie zu beantworten. Dabei werden oft falsche Informationen verwendet. Ein Beispiel: In einem Video wird über eine Partei schlecht geredet. Dabei werden Aussagen zitiert. Diese Aussagen wurden so allerdings nicht gesagt. 

Starke Emotionen und Jugendsprache 

In den Videos gibt es häufig Aussagen, die für Diskussion sorgen. Durch die Videos werden manchmal Gefühle wie Wut oder Stolz ausgelöst. So wirken sie persönlicher und die eigentliche Botschaft wird versteckt. Jugendsprache hat den gleichen Effekt. Sie ist bekannt und das wirkt ungefährlich. 

Hashtags und Symbole 

Hashtags wie “Get Ready With Me” (auf Deutsch: Mach dich mit mir fertig, #grwm) zeigen Menschen dabei, wie sie in den Tag starten. Das Hashtag ist beliebt und es gibt viele Videos dazu. Es ist leicht, ihn für andere Zwecke zu benutzen. Zum Beispiel: Jemand schminkt sich und filmt sich dabei. Während des Schminkens erzählt die Person von ihrer rechtsextremistischen Meinung.  

Bekannte rechtsextreme Hashtags sind #Vaterland oder #MutzurWahrheit. Rechte Symbole sind zum Beispiel Deutschlandflaggen, Wölfe oder Adler. Die Symbole sind direkt in den Videos oder Videobeschreibungen.  Oft werden Plattformen wie Discord oder Telegram verlinkt. Dort gibt es weitere Gruppen. 

Anmerkung der Redaktion: Wir verwenden diese Hashtags in diesem Artikel ausschließlich zur Aufklärung.   

Algorithmus 

Emotionale Videos werden häufiger geliked, gespeichert oder weitergeleitet. Das führt dazu, dass Plattformen wie TikTok den Beitrag mehr Menschen zeigt. Aktuelle Trend-Hashtags erhöhen auch die Klicks.  

Zudem gibt es sogenannte Drittaccounts. Das sind Accounts, auf denen sich der Ersteller oder die Erstellerin nicht zeigen. Sie posten oder reposten Videos von rechtsextremen Menschen oder Parteien. Damit unterstützen sie, dass mehr Menschen ihre Beiträge sehen. Wenn die Accounts gesperrt werden, legen die Personen neue Accounts an.  

TikTokerinnen und TikToker 

Junge TikTokerinnen und TikToker wirken wie Freundinnen und Freunde. Das nutzen sie aus. Sie verbreiten ihre rechten Ideen und Meinungen. Ein großes Problem ist, dass rechtsextreme Inhalte durch die Plattformen nicht direkt gelöscht werden.  

Wie du dich schützen kannst 

1. Lies dir die Videounterschrift und Kommentare der Videos durch!  

  • Gibt es auffällige Hashtags oder Symbole? 

  • Werden andere Plattformen verlinkt?

2. Kann man den Quellen vertrauen?  

3. Melden 

  • Wenn du festgestellt hast, dass ein Video gegen die Richtlinien sozialer Netzwerke verstößt, kannst du es melden. Dafür gibt es einen Button oder drei Punkte, über die du dann zu der Taste kommst. Das Melden geht schnell und hilft dabei, dass weniger Menschen diese Videos sehen. 

    Wenn du doch einmal in einer sogenannten Filter-Bubble gelandet bist: 

    Like, kommentiere und speichere bewusst andere Beiträge. Sieh sie dir bis zum Ende an und das immer und immer wieder. Nur so werden dir wieder andere Videos angezeigt.  

    Hast du noch Fragen? Schreib sie uns in die Kommentare!

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