Politik

Fuß­ball-WM in Ka­tar und Men­schen­rech­te – wie hängt das zu­sam­men?

Katar 

Katar liegt auf der Arabischen Halbinsel, die zu Asien gehört, und ist vom Persischen Golf umgeben. Es ist ein Emirat. Das bedeutet, ein sogenannter Emir ist der Herrscher des Landes. Katar gilt als eines der reichsten Länder der Welt. Katar ist durch den Verkauf von Erdöl und Erdgas so reich geworden. Seine Fläche ist kleiner als die vom Bundesland Thüringen. Nur 2,7 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner leben hier, die meisten in der Hauptstadt Doha. Über 80 % der Menschen in Katar kommen aus dem Ausland, vor allem aus Indien, Pakistan, Jordanien, Nepal, Bangladesch und von den Philippinen. Die meisten von ihnen kommen zum Arbeiten nach Katar. Obwohl alles sehr modern ist, leben viele Einwohnerinnen und Einwohner traditionell und nach strengen religiösen Regeln. Die Staatsreligion ist der Islam.  

Beziehung zwischen Deutschland und Katar 

Katar und Deutschland betreiben gemeinsamen Handel: Viele Waren werden hin und her getauscht. Katar unterstützt viele deutsche Unternehmen mit Geld, zum Beispiel Volkswagen, Siemens und die Deutsche Bank. Außerdem ist die Fluggesellschaft Qatar Airways Sponsor des FC Bayern München. 

Kritikpunkte an der WM in Katar 

Die Vergabe der WM 

Viele Länder haben sich dafür beworben, die Fußball-Weltmeisterschaft auszurichten. Denn das Land bekommt dann viel Geld, Aufmerksamkeit und Ansehen. Von allen Bewerbungen eignete sich Katar am wenigsten für eine WM-Ausrichtung. Viele Beobachterinnen und Beobachter denken, dass bei der Entscheidung für Katar nicht alles korrekt ablief. Mitglieder des Weltfußballverbandes FIFA sollen heimlich Geld angenommen haben, damit sie für Katar stimmen. Das nennt man Korruption. 

Trockenheit und hohe Temperaturen 

Katar zählt zu den trockensten Ländern der Welt und besteht fast nur aus Wüste. Es gibt dort keine Flüsse oder Seen, aber jede Menge Meerwasser. Um das Meerwasser trinkbar zu machen, muss es mit einer aufwendigen Technik entsalzen werden.  

Da die Temperaturen im Sommer in Katar bis zu 50 Grad Celsius erreichen können, wurde die WM in den Winter verlegt. Dann liegt die Temperatur ungefähr bei 25 Grad Celsius. Die WM-Fußballstadien sollen alle klimatisiert werden. Das soll mit erneuerbaren Energien passieren, also CO2-neutral.  

Hohe Kosten 

Das Mega-Event hat bisher über 200 Milliarden Euro gekostet. Denn es wurden eigens dafür mehrere Stadien gebaut. Es ist nicht klar, ob alle Stadien nach der WM weitergenutzt werden. 

Keine Meinungs- und Pressefreiheit 

Das Recht, ihre Meinung frei zu sagen, haben die Menschen in Katar nicht. Deshalb wird die Regierung von Katar häufig kritisiert. Kritik am System in Katar zu üben ist unerwünscht und kann sehr gefährlich sein. 

Um über die WM in Katar berichten zu können, müssen Journalistinnen und Journalisten aus der ganzen Welt bestimmte Regeln der Regierung von Katar einhalten. Es ist verboten, Einwohnende in ihren privaten Räumen zu filmen oder Unterkünfte von ausländischen Arbeitskräften zu zeigen. Das gilt auch für Regierungsgebäude, Kirchen, Universitäten, Krankenhäuser und Privatunternehmen. Ohne Pressefreiheit kann nur schwer über Menschenrechtsverletzungen in Katar berichtet werden.   

Diskriminierung von Minderheiten 

Die Rechte von LGBTQIA+ Menschen sind stark eingeschränkt. Homosexualität ist durch Gesetze verboten und wird schwer bestraft, zum Beispiel durch Gefängnisstrafen oder Auspeitschen. Gleichgeschlechtliche Ehen und Partnerschaften werden in Katar nicht anerkannt. Angehörige der LGBTQIA+-Community werden vom Staat überwacht und ihr Austausch untereinander, zum Beispiel über Social Media, unterdrückt. 

Frauenrechte und Kinderrechte 

Es gibt in Katar keine Gleichberechtigung zwischen Frauen und Männern. Frauen müssen Männer für viele Dinge um Erlaubnis fragen, zum Beispiel wenn sie heiraten oder sich scheiden lassen wollen, reisen, arbeiten oder nur das Haus verlassen wollen. Deutlich weniger Mädchen als Jungen besuchen eine weiterführende Schule. Mädchen dürfen ab 16 Jahren verheiratet werden. Häufig erfahren die Mädchen in diesen sogenannten Kinderehen körperliche Gewalt oder Gewalt in Form von Worten.  

Ausbeutung von Arbeitskräften 

Beim Bau der Stadien und anderer Gebäude für die WM kam es zu sehr vielen Menschenrechtsverletzungen. Die Arbeitsbedingungen von Menschen, die zum Arbeiten nach Katar kommen, sind schlimm. Die Arbeitszeiten sind viel zu lang. Die Arbeiterinnen und Arbeiter werden schlecht behandelt und sehr schlecht oder gar nicht bezahlt. Die Arbeit auf den Baustellen ist gefährlich, viele Menschen sind dabei gestorben. Das liegt unter anderem an der Hitze und an der mangelnden Sicherheit dort. Sie werden daran gehindert, den Arbeitsplatz zu wechseln oder das Land zu verlassen, denn oft werden ihnen ihre Pässe abgenommen.   

Ungeklärte Todesfälle 

Beim Bau der WM-Stadien sollen mehrere Tausend Arbeiterinnen und Arbeiter ums Leben gekommen sein, viele weitere haben sich verletzt. Offizielle Zahlen gibt es nicht. Katar streitet ab, dass die Arbeit auf WM-Baustellen mit den Todesfällen zusammenhängt.   

Die Menschenrechtsorganisationen Amnesty International und Human Rights Watch fordern deshalb: Die Regierung Katars und der Weltfußballverband FIFA sollen die Familien der betroffenen Arbeiterinnen und Arbeiter entschädigen. Sie schlagen eine Entschädigungssumme in Höhe von insgesamt 440 Millionen Dollar vor. Das ist so viel wie die Preisgelder, die die Teams durch ihre Teilnahme an der Weltmeisterschaft erhalten.  

Wirst du die WM 2022 im Fernsehen verfolgen? 

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Eure Kommentare

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es ist alles blöd ich bin so Sauer😠😠☠️
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Das ist völlig bekloppt!💥🤬
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Warum ist sich das nächste Spiel zu schauen und wer spielt eigentlich als Nächstes?  
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Ich finde es nicht schön das die Frauen um vieles fragen müssen .Das bei den Bauarbeiten viele Menschen sterben.
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Ich finde es blöd was in Katar passiert! Besonders das 28 Millionen Menschen gestorben sind!
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Doff 
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Ich finde es sooooooooooooooooo DOOOOLLEEEE doof die Menschen sterben und werden geschlagen 
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Cristiano Ronaldo 7 suiiiiiiiiii VS Lionel Messi 10  
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Katar ist ungerecht zu Mädchen