Eure Geschichten

Das verzauberte Haus (Teil 8)

Der Leiter des Instituts

Thomas stand vor dem Büro und klopfte an. Wenige Minuten zuvor hatte Thelos nämlich vorgeschlagen, das Thomas wegen dem Traum zum Leiter des Instituts gehen sollte. Dieser soll sich alles anhören und dann entscheiden, was getan werden muss. Thelos beharrt nämlich immer noch darauf, das dieser Traum eine Vision war. So ein Unsinn! Die Tür öffnete sich in diesem Augenblick und ein Mann trat hervor, der eine erstaunliche Ähnlichkeit mit Herrn Grünberg hatte. Er sagte lächelnd: "Hallo! Mein Name ist Johann Gilber. Ich bin der Leiter des Instituts." "Angenehm, mein Name ist Thomas.", stellte sich auch Thomas vor. Daraufhin antwortete Johann Gilber: "Hallo! Mein Name ist Johann Gilber. Ich bin der Leiter des Instituts." Thomas fragte etwas verwirrt: "Haben Sie das nicht gerade schon einmal gesagt?" "Hallo! Mein Name ist Johann Gilber. Ich bin der Leiter des Instituts." Thomas war nun schon ein wenig irritiert. Da ihm nichts besseres einfiel, sagte er zu Johann Gilber: "Thelos schickt mich." "Hallo! Mein Name ist Johann Gilber. Ich bin der Leiter des Instituts." Nun waren Schritte auf dem Gang zu hören. "Oh nein! Er hat sich schon wieder aufgehängt!", hörte Thomas die Stimme von Thelos rufen. Thelos hatte Thomas schon mal vorgeschickt und kam wohl jetzt nach. Er sprach: "Thomas, du musst wissen, Johann Gilber ist ein Roboter. Er sieht nur sehr menschenähnlich aus. Seitdem der alte Techniker des Instituts durch diesen neuen ersetzt wurde, hängt er sich andauernd auf." Thelos wandte sich an den Roboter: "Bitte, sag doch mal was anderes!" "Hallo! Mein Name ist Johann Gilber. Ich bin der Leiter des Instituts." "Gut, wie es aussieht, Thomas, müssen wir später noch mal kommen."

Der falsche Trank

Thelos zeigte Thomas die anderen Bereiche des Instituts. Irgendwann kamen sie beim Chemielabor an. "Dies ist das Chemielabor.", sagte Thelos stolz. Überall standen komplexe Geräte und Reagenzgläser auf den Tischen. Thelos bog nach links ab und nahm anschließend eine Flasche aus einem Wandschrank. In dem Behälter blubberte eine merkwürdige, grüne Flüssigkeit. "Dies ist der Stärketrank. Willst du ihn mal ausprobieren?" "Nein, danke!", erwiederte ihm Thomas. "Gut, dann zeige ich ihn dir. Thelos hob ein Gewicht hoch - und ließ es schon nach einer Sekunde wieder Fallen. Er erklärte Thomas, dass er das Gewicht heben könne, nachdem er diesen Trank getrunken hat. Also nahm Thelos einen Schluck. Anschließend versuchte er, das Gewicht zu stemmen. Es gelang ihm ... nicht. "Das ist aber höchst seltsam.", wunderte sich Thelos. "Das hat gestern noch funktio... Ehhh... Ich glaube das war der falsche Trank!" Thelos hatte Recht gehabt: Sein Bauch fing an, sich wie ein Luftballon zu einer Kugel zu formen. Die Kugel wurde immer dicker und auch der Kopf fing an anzuschwellen. Thelos konnte kaum noch sprechen: "Ilweee! Ilweee! Ol einen Arst!" Thomas wusste im ersten Augenblick nicht, was Thelos ihm sagen wollte, vermutete aber, dass er sagen (oder rufen) wollte: "Hilfe! Hilfe! Hol einen Arzt!" Thomas wollte schon Hilfe hohlen, was sich allerdings als unnötig rausstellte: So schnell, wie Thelos sich aufgeblasen hatte, wurde er auch wieder normal. Im selben Moment kam ein Mann im weißen Kittel hinein und lachte: "Thelos, hab ich dich ertappt! Ich habe mich schon gewundert, wer immer aus dem Glas trinkt und habe heute extra etwas anderes hineingetan, um den Täter zu erwischen." "Gut, ich werde den Trank nicht mehr anrühren.", sagte Thelos beleidigt.

Als Thomas und Thelos über die Gänge gingen, trafen sie unerwartet auf Johann Gilber. "Hallo Thelos!", begrüßte er sie. Thelos freute sich: "Sind Sie etwa wieder normal?" "Wie es aussieht schon." "Können wir uns mal in Ihrem Büro unterhalten?", fragte ihn Thelos.

Bedeutende Träume

Im Büro spielte Thelos Thomas Traum nochmal als Video ab. Die Maschine schwieg ein paar Minuten - Auch Roboter sind wohl nicht immer die Schnellsten! - bis Johann Gilber schließlich antworte: "Ich glaube du hast Recht, Thelos. Es scheint wirklich eine Vision zu sein." "Woher seit ihr euch alle so sicher, dass es kein normaler Traum war?", ärgerte sich Thomas. Der Roboter-Mensch antwortete: "Kein Traum ist normal. Auch wenn es viele Menschen nicht glauben wollen: Jeder Traum dieser Welt hat eine Bedeutung. Jeder Traum ist eine Vision." "Aber nur, weil der Traum unheimlich war, heißt das doch noch lange nicht, das auch seine Bedeutung schlimm ist.", entgegnete Thomas. Dieses Argument war nicht unberechtigt. Oft bedeutet ein Traum etwas ganz anderes, als man annehmen würde. So soll eine Puppe im Traum nicht etwa etwas Horrorhaftes bedeuten, sondern einfach an die Kindheit erinnern. Oder die Begegnung mit seinen Großeltern bedeutet wohl nichts Gutes, sondern den plötzlichen Tod eines Verwandten. Ihr müsst aber natürlich jetzt keine Angst haben, wenn ihr eure Großeltern im Traum seht, es gibt auch viele andere Bedeutungen für Großeltern. Es ist noch nicht einmal klar, ob Träume einem überhaupt die Zukunft voraussagen können, auch wenn Johann Gilber das gerade bejaht hat. Johann Gilber ist aber schließlich auch nur eine Figur einer Geschichte. Achso, bei dem Wort Geschichte fällt mir gerade ein, dass ich noch die Geschichte weitererzählen wollte. Also gut: Auf das Argument, das ein unheimlicher Traum nicht gleich etwas schlimmes bedeuten muss, antwortete Johann Gilber: "Wer weiß. Sicher ist sicher. In deinem Traum hat der Mann sein Gesicht verändert. Vor ein paar Jahren hat ein Bewohner ebenfalls davon geträumt, dass jemand sein Gesicht verändert. Am nächsten Tag hat ein Schrank einen Arbeiter verschlungen. Es war total schwer, ihn da wieder rauszubekommen. Damit so etwas nicht noch einmal passiert, müssen wir von nun an immer vorsichtig sein, wenn jemand davon träumt, das sich ein Gesicht verändert." Thomas fand diese Antwort dumm: In der Nacht, bevor dieser komische Schrank den Arbeiter verschluckt hatte, hatten bestimmt noch etliche andere Bewohner des Instituts Träume gehabt. Warum sollte es jetzt genau an diesem einen Traum gelegen haben? Thelos jedenfalls sagte: "Gut, ich werde den Bewohnern mitteilen, dass diese heute besonders vorsichtig sein sollen. Müssen wir sonst noch auf etwas achten?" "Hallo! Mein Name ist Johann Gilber. Ich bin der Leiter des Instituts." 

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