Eure Geschichten

Die Ma­gie der Wün­sche - Ka­pi­tel 8

Charlie muss woanders hin

Ein paar Tage später, ich fuhr gerade von der Schule nach Hause, entdeckte ich ihn doch tatsächlich noch! Er lief gerade auf der anderen Straßenseite. Mittlerweile waren seine Klamotten, die er immer noch trug, schon dreckig und teilweise braun. Ich bremste mein Fahrrad schnell, warf es in die Hecke und lief auf den Jungen zu. "Hallo, hallo!?", rief ich. Der Junge drehte sich um und sah mich fragend an. Ist die irre oder was will die? Nein, ich war nicht irre, ich wollte doch nur helfen! Endlich hatte ich ihn erreicht und stützte meine Hände auf die Knie um kurz zu verschnaufen. "Hallo, ich bin Scarlett!", stellte ich mich vor und reichte ihm die Hand. Er hob seine Hand kurz und sagte: "Charlie." Wie sollte ich ihm jetzt erklären, dass ich wusste, dass er seit ein paar Tagen auf der Straße leben musste? "Ähh, wie geht es dir?", fragte ich um kurz Zeit zu schinden und überlegen zu können. "Gut.", antwortete Charlie nur. "Schön, aber findest du es nicht traurig, dass du auf der Straße leben musst?" Einfach mit der knallharten Wahrheit ran! Dafür hatte ich mich kurzerhand entschieden. Charlie sah mich dementsprechend fragend und erstaunt an, antwortete aber dennoch: "Doch, klar. Aber was soll ich tun? Ich...", er schluckte kurz, "...ich müsste sonst ins Kinderheim." "Hmm, ja, verstehe ich. Aber willst du wirklich hier auf der Straße vergammeln und versauern?", fragte ich mit skeptischem Blick. "Nein! Aber ich kann nichts anderes machen!" "Natürlich kannst du etwas anderes machen!" "Und was bitte?" "Na, mit zu mir kommen natürlich!" "Zu dir? Und was sagen deine Eltern dazu? Die wollen doch bestimmt nicht, dass du so einen Jungen ohne Wohnung zu dir nach Hause schleppst! Also lass mich hier doch einfach vergammeln und versauern!" Puh. Der war wirklich an die Decke gegangen. Mist. Aber ich konnte ihn hier nicht so stehen lassen.

Die Suche nach einem geeigneten Platz

Aber natürlich hätten meine Eltern es nicht gut gefunden, wenn ich mit einem fremden Jungen einfach so zu Hause aufgekreuzt wäre. "Okay, du hast recht. Also nicht, dass ich dich hier versauern lassen soll, sondern dass meine Eltern das nicht gut fänden. Aber ich habe eine neue Idee!" Soeben war mir ein Geistesblitz gekommen. "Wo lebst du denn?", fragte ich. "Keine Ahnung. Überall und Nirgendwo." "Okay, das müssen wir ändern. Komm, wir machen uns auf die Suche nach einem geeigneten Platz für dich!", meinte ich voller Tatendrang und lächelte Charlie leicht an. Ich holte mein Fahrrad und gemeinsam spazierten wir durch die Straßen und hielten Ausschau nach einem geeigneten, neuen Zuhause für Charlie. Währrendessen plapperten wir in einer Tour. Zum Glück stellte er aber keine Fragen, warum ich gewusst hatte, dass er auf der Straße lebte. Ich erfuhr, dass er früher nur zwei Straßen von meinem Haus entfernt gelebt hatte und dass er nicht mehr in die Schule ging, seit er auf der Straße lebte. Er erklärte mir, dass seine Eltern einen Autounfall hatten, genaueres wollte er dazu nicht erzählen. Jedenfalls waren seine Eltern bei dem Unfall sehr schwer verletzt worden - und trugen seitdem lebenslange Behinderungen mit sich. Zum Glück war Charlie angeschnallt gewesen und hatte sich nicht stark verletzt. Er hatte sich nur eine Prellung und einen starken Schock zugelegt. Und der Schock war anscheinend wirklich stark gewesen - er war deshalb anscheinend auch in Ohnmacht gefallen. Daher hatte er ein paar Tage im Krankenhaus zur Beobachtung liegen müssen, wurde dann aber entlassen. Und schließlich hatte man ihm erklärt, dass seine Eltern nicht mehr in der Lage waren, ausreichend für ihn zu sorgen. Und man hatte ihm erklärt, dass er nun ins Kinderheim gehen musste. Aber für Charlie war das nicht die einzigste Option gewesen. Er hatte sich für das Leben auf der Straße entschieden. Charlie hatte von zu Hause nur das Nötigste in seine Hosentaschen gesteckt: Etwas Geld (genauer gesagt, alles, was er zu Hause noch gefunden hatte und das waren mehrere hundert Euro gewesen), eine Wasserflasche, eine kleine Packung Kaugummis und seinen Papagei Lukuko. Den hatte er natürlich nicht in seine Hosentasche gesteckt, aber trotzdem mitgenommen. Ich hatte Lukuko auch schon kennenlernen dürfen und ich hatte gesehen, dass Lukuko frei herumfliegen durfte. Natürlich hatte ich gefragt, ob das nicht gefährlich wäre, aber Charlie hatte mir erklärt und gezeigt, dass Lukuko ihm aufs Wort gehorchte. Wenn man einmal Lukuko rief, flatterte der bunte Vogel schon herbei und ließ sich auf der Schulter von Charlie nieder. Ich hatte die beiden sofort ins Herz geschlossen! Jetzt mussten wir nur noch einen geeigneten Lagerplatz für Charlie finden! Aber ich war mir sicher, dass wir auch das hinbekommen würden!

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Eure Kommentare

Super Kapitel! Wie immer! Aber oben steht: Scarlette möchte Charlie von der Straße holen. Und nicht Scarlett
soooooooooooooooooooooooo toll!!! Ich bin TOTAL gespannt wie es weiter geht!!!!!!!!