Die Magie der Wünsche - Kapitel 12
Ein Gespräch mit Grace
"Zwei Erdbeer-Drinks spezial, bitteschön!", bestellte Grace unsere Drinks. Sie grinste mich schon die ganze Zeit an, weil so sich so freute, dass sie die Wette gewonnen hatte. "Letty, es hat sich so viel bewahrheitet! Die Wahrsagerin hat zu dir ,Gedanken und Wünsche' gesagt. Und schau mal, du hast dir gewünscht, dass du Gedanken lesen kannst. Und es hat einfach geklappt!" "Ja, Grace, das weiß ich mittlerweile auch, nachdem du es mir zum 63.497. Mal erklärt hast. Aber die eigentliche Frage ist ja, warum ich Gedanken lesen kann! Oma hat mir gesagt, dass ich Glück hätte und einzigartig wäre. Und sie hatte gesagt, dass man die Magie der Wünsche nicht unterschätzen dürfte - oder so ähnlich. Aber früher ist doch auch nie etwas in Erfüllung gegangen, nur weil man sich es gewünscht hat, oder?", fragte ich. "Nein, das ist es nicht. Aber ich finde deine Oma hat vollkommen Recht! Du bist einzigartig und du hast Glück! Ich bin mir sicher, mehrere tausend Kinder da draußen wünschen sich, Gedanken lesen zu können. Und wer kann das?", fragte Grace und sah mich erwartungsvoll an. "Ich natürlich.", erwiederte ich seufzend. Schon kam der Kellner und stellte unsere Drinks ab. Wir bedankten uns kurz, dann nahm Grace das Gespräch wieder auf: "Selbst ich wünsche mir das, Letty! Aber bei mir geht so ein Wunsch leider nicht so einfach in Erfüllung! Schau, ich habe es mir gerade gewünscht, aber ich kann es einfach immer noch nicht. Und ich werde es auch nie können. Vielleicht hast du eine Bindung zur Magie oder so...?", spekulierte Grace. "Ich weiß es doch selbst nicht. Aber ich werde es herausfinden! Wir werden es herausfinden, Grace! Ich brauche dich! Alleine kann ich das niemals schaffen. Nur zusammen! Aber sag mal, hat sich bei dir eigentlich auch eine Vorhersage bewahrheitet?" "Hmm, keine Ahnung. Die Wahrsagerin sagte zu mir ja, dass meine Zukunft ,verschwommen und benebelt' sei. Aber ja! Natürlich, Letty, meine Zukunft war verschwommen und benebelt, weil sie noch nicht klar war!", erklärte Grace mit freudestrahlender Miene. "Letty, warum sind wir da noch nicht früher draufgekommen! In mein Leben hat sich deine Gedankenleserei auch eingemischt. Weil wir ja beste Freundinnen sind, nimmt das auch mein Leben in Anspruch. Und dadurch haben wir auch Charlie kennengelernt und das war unvorhersehbar! Kapierst du es nicht?" "Doch, doch, ich verstehe schon.", sagte ich nachdenklich. Ich zahlte für uns als wir unserer Drinks ausgetrunken hatten und dann fuhr jeder zu sich nach Hause.
"Scarlett, wie war es mit Grace?", begrüßte Mom mich. "Schön.", antwortete ich knapp und schob mich durch die Tür an ihr vorbei. "Was habt ihr gemacht?" "Wir haben Erdbeer-Drinks getrunken in unserem Lieblings-Cafe." "Schön!" "Ja.", sagte ich kurz und ging in mein Zimmer. Plötzlich klopfte es an der Tür. Ich erkannte schon an der Art des Klopfens, dass es Jacob war. "Jacob, was willst du?" Die Tür wurde geöffnet und Jacobs Kopf lugte in mein Zimmer. "Hier, für dich.", sagte er und hielt mir eine Packung Kaugummis mit Apfel-Geschmack unter die Nase. "Was möchtest du dafür? Du schenkst mir ja nicht einfach so mal Kaugummis.", erklärte ich und schaute ihn empört an. "Nichts. Du bist einfach eine nette Schwester, da kann ich dir ja mal Kaugummis schenken.", sagte er und grinste. Ich wette, sie freut sich darüber und hätte nie damit gerechnet. Anscheinend wollte er sie mir wirklich einfach nur so schenken. Denn er dachte das sogar. "Okay, danke." Ich schnappte ihm die Kaugummis aus der Hand und schloss die Tür. Dann schob ich mir gleich mehrere Kaugummis in den Mund und genoss den erfrischenden Apfel-Geschmack. Ich machte eine riesige Kaugummi-Blase, die größer als ein Tennis-Ball war. Das Leben konnte teilweise herrlich sein. Teilweise.
Wow, schön, besonderst die letzten zwei Sätze sind realitäts entsprechend und wunderschön formuliert!
Mal wieder richtig spannend! 😃👍